Kuala Terengganu – Mersing (02.07. – 09.07)

Am Verkehrsaufkommen ändert sich in der Folge nichts, alle Hoffnung nährt sich an der Option auf Tioman Island, einer fünfzig Kilometer vor der Hafenstadt Mersing gelegenen Insel, für einen Monat in entspannter Atmosphäre im Resort Aguna für Kost und Logis unsere Arbeitskraft anzubieten. Ying die Managerin, selbst Radfahrerin, begeisterte Taucherin und versiert im Segeln, hat uns bereits ihr OK gegeben und erwartete uns in einigen Tagen an der Jetty. Doch es kommt erst mal anders.

Mit dem Tag des Aufbruchs aus „KT“ setzen mich Nackensteifheit und Schmerzen im unteren Rücken außer Gefecht, die Tage sind anstrengend wie zuvor und erst abends tritt im Liegen eine leichte Linderung ein. Zunächst mache ich mir keine ernsthaften Gedanken, auch Leonie hatte vor einer Woche ähnliche Symptome, die mit Schmerzmitteln nach zwei Tagen in den Griff zu bringen waren.

In Kuantan, bei Peh, Khai Lin und Ethan, ihrem kleinen Sohn, geht es mir denn auch bedeutend besser. Ihre Vorfahren kamen einst aus China. Wie sie, gehen ihre Kinder zunächst auf chinesische Schulen, lernen englisch vor malayisch und müssen später in der Oberschule in kürzester Zeit die Landessprache erlernen. Wir sind sehr spontan bei Peh und seiner Familie untergekommen, morgen fährt die Familie nach „KL“ für ein paar Tage Urlaub. Beide sind lebendig an Europa und den Schulsystemen interessiert, denn beide unterrichten an Schulen und sehen die Art und Weise, wie in ihren Einrichtungen Bildung verstanden wird, äußerst kritisch. Work – Life – Balance ist ebenfalls ein Wort, das öfter fällt und so unterhalten wir uns bis spät in die Nacht über das Leben in Malaysia und die weite Welt. Eine unterschwellige Unzufriedenheit schwingt bei den vielen Themen offen mit. Denn die Chinesen werden von den Malayen nicht vollwertig als Teil Malaysias akzeptiert und die Regierung arrangiert mit diversen Ausnahmeregeln, die das Leben vieler Chinesen benachteiligt, ihren Teil dazu bei.

Am frühen Morgen verabschieden wir uns, bedanken uns für die spontane offene Gastfreundschaft und wünschen erholsame Tage in Kuala Lumpur. Kaum sitze ich wieder auf dem Fahrrad schwellen erneut die Nackenschmerzen entlang der Wirbel und eine mit Kopfschmerzen geschmückte Dauererschöpfung befällt meinen Körper. Am Hinterrad von Leonie kämpfe ich mich über den Asphalt, denn der Blick nach links und rechts ist massiv eingeschränkt. Heilfroh über einen ruhigen Schlafplatz am Meer, setzt am Nachmittag ein Intervall an Fieberstößen meine Körpertemperatur auf eine Achterbahnfahrt. Unruhig über den Symptomverlauf, der uns an Malaria denken lässt, werfe ich die ersten Tabletten der Profilaxe in mich hinein. Am nächsten Tag kann ich nur mit aller Not, im großen Abstand zur vorausfahrenden Leonie die Spur halten. Langsam rollt am frühen Abend ein erneuter Fieberschub über mich hinweg ich folge dem Plan der Medizineinnahme und schreibe einen Email an unseren Tropenarzt:

Hallo Dr.,

Es ist bereits knapp 1 1/2 Jahre her, als ich bei ihnen als Patient mehrere Tropenimpfungen und Beratungsgespräche hatte und im Anschluss mit meiner Freundin auf Fahrrädern nach Südostasien aufgebrochen bin.

Gerade sind wir in Malaysia und ich hoffe ich kann sie über diese Email um medizinische Unterstützung (Rat) bitten.

Eine Woche nachdem ich über 4 Tage emens viele Moskitostiche gesammelt hatte, traten bei mir der Reihe nach folgende Symptome auf:

– leichte untere Rückenschmerzen

– Nackenschmerzen und Kopfschmerzen

– schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der HWS beim Fahrrad fahren

– allgemeines Schwächegefühl

– Fieberschübe (heiße Stirn, Wangen und Füße) im Intervall von ca. 1-2 Tagen

– Bei leichter Tätigkeit -> Gefühl von erschwerter aktiver  Atmung

Nach dem zweiten Fiberschub, habe ich mich entschlossen das Medikament Riamet einzunehmen, bei Verdacht auf Malaria, welches ich am 09.07.2016 um 06:30 zum letzten Mal einnehme. Dann ist die Packung aufgebraucht.

In Mersing (Ostküste Malaysia) werde ich ins Krankenhaus gehen und nach einem Check-up bitten.

Nun meine Frage:

Sollte es sich um Malaria handeln, auf was muss ich im Anschluss achten? Medikamente, Radfahren, Ernährung?

Vielen lieben Dank im Voraus

Philipp Hilgert

Leider erhalte ich auf diese Anfrage nie eine Antwort und da mein Zustand eher schlechter lenkt als besser gebremst hat, suchen wir in Mersing das Hospital, um eine Einschätzung eines Mediziners zu erhalten. Man versichert uns die gleiche medizinische Versorgung in demselben Umfang auf der Insel zu und nach kurzer Diskussion entschließen wir uns die Fähre nach Tioman Island zu besteigen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *