Singapur – Tioman – Kuala Lumpur (27.07. – 08.08.)

Mit einer fetten Rechnung des NUH im Rucksack* erreiche ich mit neu geschöpftem Vertrauen gegen Abend den Busbahnhof Mersing. Ich kann mich bei Omar zwischenlagernd für eine Nacht, neben unseren bereits dort geparkten Fahrrädern, ausbreiten und stehe am frühen Vormittag noch immer wacklig aber mit gedrückter Resettaste im Aguna Resort.

Alle vergewissern sich über den Philipp in Farbe und sind überrascht und erfreut über Kontrast und Appetit des für Wochen Verschollenen. Arbeiten, schnorcheln, quasseln, wandern, kochen, mit Genuss essen und am Ende zusammen mit Marco, dem Neapolitaner und Denis, dem bosnisch – kroatischen Münsteraner, an einem Tisch mit Ying die Zeit genießen! Was hatten wir für fantastischen Spaß, beim Stühle schmirgeln mit Denis, der versunken in die unauffindbaren Tiefen einer Frau, den Pinsel der Zeit nutzt, um im Sonnenuntergang eine zweite Karriere als Raucher einzuleiten, mit Marco ohne weibliche Radreisepartnerin, die seine umfangreichen Geschichten sonst gnadenlos beschnitten hätte, oder mit Alison und …., die als Ersatzteam mit dem Rad aus Indonesien kommend auf dem Rückweg nach Frankreich wie wir einen längeren Halt einlegen wollen.

Feste drücken wir die, die wir zurücklassen und bereits am Abend sind wir, nach dem heutigen Busride in Kuala Lumpur um Mohsen und Mojtaba zu besuchen und uns langsam auf den Abflug vorzubereiten. Mohsen, in seiner Erscheinung der Gleiche wie vor genau einem Jahr in Maschhad, hat in Abneigung zum zweijährigen Militärdienst im Iran, eine spontane Übergangsheimat in  Malaysia gefunden. Gemeinsam mit Mojtaba der voller sprudelnder Freude über uns als Freunde von Mohsen so viele typisch, iranische Fragen stellt, stimmen wir uns ein, auf persisches Flair. Das nur durch Roti Canai und den Englischunterricht, den Mojtaba besucht unterbrochen werden. Der Mohsen in Malaysia ist gewachsen an seiner Entscheidung im Ausland zu studieren, auch wenn seine Wahlheimat nicht seiner 100% Vorstellung entspricht, sind unsere Gespräche so offen und tolerant, dass wir uns am Ende in enger Freundschaft von den beiden Jungs verabschieden und Grüße in ihre Heimat bringen.

Ying Hon, ein Freund von Ying, ist unsere letzte Bekanntschaft und Gastgeber in der südostasiatischen Hitze. Ein cooler Typ mit einem Kühlschrank so voll beladen mit unglaublich leckeren Köstlichkeiten. Bereits zwei Fahrradboxen sind organisiert, als er uns zu selbstgemachten Hamburgern und Meloneneisshake in seine Wohnung bittet und später mit Wissen und Erfahrung für Radverpackung zur Seite steht. Mit der Waage separieren wir unser Gewicht auf unser Gepäck und am frühen Morgen sitzen Leonie und Ying Hon im Auto, ich  zerquetscht unter der Rückbank und zwei schweren Fahrräder über mir. Mit Dankeshymnen am Gepäckwagen und einem Gefühl von erschöpfter Faszination für Land und Menschen geht eine verrückt heiße Zeit in Asien zu Ende.

Vielen Dank an Alle die wir kennenlernen durften!

* ca. 5000$

 

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