Pogradec – Bitola (19. + 20.05.)

An der mazedonischen Grenze fragen wir uns, ob die Grenzbeamten an Hand des Personalausweises Einsicht in unsere Reiseroute haben, sie eventuell die Grenzübertritte verfolgen können, die hinter uns liegen. Zum ersten Mal werden wir ernsthaft gefragt was sich in unseren Taschen befindet. Keine Drogen, alles persönliche Reiseausrüstung! Die Schranke bleibt geschlossen? Wir sollen uns mit den Rädern durch die kleine Lücke manövrieren. Ich erinnere mich, im Anschluss muss ich dringend um die Ecke schauen um danach beflügelt die alte Passstraße unter die Räder zu nehmen. Der Blick über den See ist ein Genuss, die moderate Steigung gelenkschonend. Drei Stunden sind langsam rollende ca. 280 Kilogramm schweres Reisegefüge auf dem Weg zum Pass. Drei Kilometer vor unserem Scheitelpunkt genießen wir die Fernsicht und suchen nach einem Unterstand. Da uns das nahende und schnell heranziehende Gewitter an der Weiterfahrt hindert. 1 ½ Stunden harren wir eng aneinander geschmiegt an einer Steinmauer um dem kalten Regenwind zu entgehen. Es ist bereits später Nachmittag als die Bremsen auf dem Weg ins Tal, hin zum Ufer des Prespasees zum Einsatz kommen. Es dämmert bereits als nördlich in den Obstplantagen, versteckt im Gras unser Abendquartier steht. Auch für die Räder war es ein harter Tag, denn als wir gerade dabei sind unsere Wasservorräte zu füllen, geht an meinem Rad der Ständer in die Knie und das ganze Gefährt in Seitenlage zu Boden. Tolle Wurst! Nach dem Essen im Schlafsack reift der Plan, unnötiges Gepäck einem deutschen Camper mit ausreichend Stauraum mit auf den Weg nach Hause zu geben. Günstig für dieses Vorhaben erscheint uns ein Campingplatz an der griechischen Küste, genug Zeit um unnötiges von nötigem zu trennen, um im Fall der Fälle reagieren zu können. Waren unsere Vorräte den Tag zuvor gut gefüllt, so freue ich mich am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück, dass die Vorderradtaschen angenehm leicht zu heben sind. Wir verstauen soeben unsere Reste, als ein beleibter Mazedonier mit 4 je 800g gefüllten Einmachgläsern auf uns zukommt und uns diese in aller Freude schenkt! Wir müssen alle zusammen lachen und können ihm ein Glas ausreden. Aktuell transportieren wir acht Einmachgläser. Ich glaub ich spinne!J Mittags in Bitola kreisen wir langsam den besten und fettigsten Pekara (Bäckerei) ein, kaufen reichlich Böreck und andere Leckereien, um dann unser aller Geld in Naturalien auf dem Wochenmarkt umzusetzen. Zum Glück bleibt die Straße bis nach Griechenland eben und nach einem Vollidioten der uns mit 140km/h auf ignoranteste Art und Weise, auf gerader Straße ohne jeglichen Gegenverkehr, wild hupend fasst von der Piste bläst, schießen wir vor der Grenze ein letztes Bild in Gedanken an die tolle Zeit auf dem Balkan und sind zurück in der EU.

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