Sarakhs – Farap (13.08. – 17.08.)

Grenzerfahrungen in der Wüste mit Zsofi aus Ungarn. Geldwechsel zu turkmenischen Manat, dann erster Polizeikontakt, in Begleitung des Fremden und Tourismusoffiziers der klar zu verstehen gibt, dass wir nicht auf unserer Route sind. 5km später rasten im Schatten. Über die Abkürzung die ersten Kilometer durch die Wüste. Der Plan steht: 3 Tage 72 Stunden durch die Nacht durch den Wind geschwind. Immer gerade, während sich die Straße sicher in ihre Bestandteile auflöst und nach 20km eine durchlöcherte Schotterpiste in Atlantikwellen durch die nicht bewohnte Gegend teils schaukelt und rumpelt. 5 Stunden Schlaf, einen Pott Haferschleim und reichlich Nutella aus der Pringelsbüchse. 06:00 Uhr wir donnern über die Schlaglöcher zur Autobahn, während der Gegenwind an Qualität zunimmt. Mit Resttropfen Wasser erreichen wir in einer Affenhitze Mary zur Mittagszeit, Sofie hächelt knappe 20 Minuten später ebenfalls in den Laden, den wir noch immer mit ausgebranntem Magen in verstrahlter Kauflaune beglücken! Eine Stunde später liegen wir mit Sojapasta in der Wiese und genießen „Kojakoma“ im Schatten mit einer Hand in den Speichen des Hinterrades, die andere kopfstützend unter dem Tretlager liegend, versinken wir in hitzigen Schlaf, bis in der Dämmerung die ersten Stechmücken unser Lager belagern und Aufbruchsstimmung entsteht. Nach einer kurzen Nacht, gleiches Frühstück wie am Tag zuvor und zur Morgendämmerung im Sattel Richtung Norden. Immer weiter bis zum nächsten Schatten und der nächsten Möglichkeit Trinkwasser zu kaufen. In einem lokalähnlichen Minimarket, mit Schnellküche und selbstgestrickten Souvenirs, schimmeln wir den Nachmittag dahin und ordern gegen Abend Spezialitäten des Hauses, die sich suppig, fleischig ankündigen, aber ganz lecker sind. Wir verabschieden uns und bekommen jeder ein Glas Bier angeboten. Wir pegeln weiter, vorbei an Dromedaren und über die weiten Wellen der Wüste ins Irgendwo! Im Nirgendwo auf Sanddünen! Neumond! Die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht in dunkler Nacht, ungeduscht im Zelt angebappt, drei Tage das ist eng ich denk es klappt! Turkmenabad fast am Ziel, immer in der Linie. Nach 74 Stunden Turkmenistan sind wir knappe 500km durch ein hitziges Land ohne Schatten gedüst. Ein schönes Land mit viel mehr Farbe und schönen großen stolzen Frauen. Alle Leute sind freundlich und hilfsbereit, mit einer sehr angenehmen Art der Unterhaltung, so anders als ihr Nachbarland.

 

English version:

Borderline experiences in the desert together with Zsofi from Hungary. After changing money to the Turkmen manat, we are getting in touch with the police for the first time along with the tourism officer pointing out to us that we are off our track. 5 kilometers later having a rest in the shade. Then taking the shortcut for the first kilometers through the desert. Here is our plan: 3 days 72 hours quickly through the night through the wind. While going straight on and on, the road is slowly breaking apart and after 20 more kilometers we find ourselves on a broken dirty road almost rocking along in Atlantic waves through the deserted countryside. 5 hours of sleep, a pot of gruel and a lot of Nutella out of the Pringles tin. 06.00 am We are dashing over the potholes to the motorway while the head wind is getting harder. With some last drops of water we get to Mary by noon in a baking heat. Likewise, 20 minutes later, Sofie totters into the shop that we are still embracing with empty stomachs in a buying mood. One hour later, we are lying in the meadow with soya paste enjoying ‘Kojakoma’ in the shade. Leaving one hand in the spokes of the back wheel, the other one under the bottom bracket supporting the head, we are falling asleep until the first mosquitoes come bursting into our camp by dawn making us feel moving on. After a short night, the same breakfast as the day before and being in the saddle by dawn we are heading north moving on and on until the next shade or the next chance to get drinking water pops up. In a minimarket similar to a restaurant with a fast food kitchen and hand-knitted souvenirs, we hang around until noon and by night we order the specialties of the house that sound soupy and meaty but taste good. We say goodbye and every one of us is being offered a glass of beer. We paddle on passing dromedaries and crossing the wide WelTlen of the desert into somewhere or other. In nowhere on the dunes. New moon. The Milky Way shows up in its whole brightness in the darkness of the night(ness), lying down without a shower, 3 days seems tight but I guess we’ll make it on the hour. Turkmenabad, almost there, always on the line. After 74 hours in Turkmenistan, we have rushed about 500 kilometers through a torrid country without any shade. Turkmenistan is a beautiful country with a lot more colours and beautiful tall and proud women. Everyone is friendly and prepared to help and has pleasant manners in keeping a conversation, so unlike the neighboring country.

  4 comments for “Sarakhs – Farap (13.08. – 17.08.)

  1. Paddy&Tati
    28. September 2015 at 19:20

    Hallo ihr zwei!
    Tati und ich sitzen auch regelmäßig staunend vor unseren Computern und verfolgen gespannt eure Tour!
    Respekt dafür, wie weit ihr gekommen seid und alles Gute für die kommende Zeit. Wir freuen uns schon auf Berichte und Bilder aus dem Reich der Mitte und anderen exotischen Ländern 🙂

    Liebe Grüße aus Sölden im Breisgau

    Paddy und Tati

  2. Martin
    26. September 2015 at 22:02

    Hallo ihr zwei,

    eine tolle Tour macht ihr! Karl hat mir davon erzählt. Kommt wieder heil nach Hause.

    Viele Grüße
    Martin

  3. Lisa
    23. September 2015 at 7:47

    Das hört sich nach krassen 74 Stunden an. Bin gespannt, dies und noch viel mehr aus euren vergangenen Wochen aus erster Hand zu hören.
    Lass uns doch mal skypen, wenn ihr wieder richtig Internet habt. Eschholzlerinnen mit Ex-Eschholzlern?;)
    Bis dann.
    Fühlt euch feste gedrückt!

  4. Papa
    6. September 2015 at 14:32

    Das Video von Szofi kann man in Deutschland nicht anschauen, weil es Musik von UMG enthält und Youtube sich mit der Gema nicht über deren Verwendung einigen kann.

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